Häufige FragenWie wird Gin hergestellt?

Basis bei der Herstellung eines jeden Gins ist Ethylakohol. Weitere Bezeichnungen sind Rein- oder Agraralkohol. Hier wird meist Getreide oder Mais verwendet. Der daraus destillierte Reinalkohol mit 96% vol. muss aus landwirtschaftlichem Ursprung sein.

Kurze Begriffserklärung vorneweg:

Wir sprechen von einem Destillat, da hier Alkohol weiterverarbeitet bzw veredelt wird.

Wird aus einer Maische, welche ursprünglich alkoholfrei war bzw nur durch den Gärungsprozess Alkohol entwickelt hat, Schnaps gewonnen, so spricht man vom Brennen und Brand.

Wie kommen die Aromen in das Destillat?

Hier gibt es zwei Arten: Das Mazerations- und Perkulationsverfahren. Diese können einzeln oder kombiniert angewandt werden.

Bei der Mazeration werden die Botanicals (auch Drogen genannt), also Pflanzenrohstoffe wie Wacholder, Angelikawurzel, Zitrone, etc. in einem Wasser – Reinalkohol Gemisch eingeweicht. Das Gemisch hilft das Maximum an Geschmack zu extrahieren. Manche Aromen lösen sich besser in Alkohol, andere in Wasser.

Hat das Mazerat den gewünschten Grad der Aromen aufgenommen ist es bereit zur Destillation.

Beim Perkulationsverfahren wird ein kleiner Korb mit Botanicals direkt in den Brennkessel gehangen, sodass er den Reinalkohol selber nicht berührt. Erst im Brennvorgang nimmt der Aufsteigende Alkohol die Aromen der Drogen auf.

Dieses Verfahren eignet sich hervorragend für Botanicals, welche bei der Mazeration einen zu kräftigen Eigengeschmack abgeben würden.

Viele Destillateure entscheiden sich für einen Mix aus beiden Verfahren. Somit werden kräftige und feine Aromen in das Destillat gebracht.

Was passiert bei der Destillation?

Beim Destillieren wird der Kessel erhitzt, wobei Wasser- und Alkoholmoleküle anfangen zu verdunsten. Alkohol benötigt eine Temperatur von mind 78,3°C. Wasser erreicht seinen Siedepunkt bei 100°C. Somit benötigt Alkohol etwas weniger Hitze. Beim verdunsten wird der Alkoholdampf im separaten Kühler aufgefangen und heruntergekühlt. Die kondensierte Flüssigkeit bahnt sich ihren Weg nach draussen.

Der Auszug welcher dabei herauskommt wird in drei Teile geteilt: Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Vor- und Nachlauf beinhalten Aromen, welche nicht der gewünschten Charakteristik entsprechen. Gleichzeitig können sogenannte Fuselöle enthalten sein. Diese sind teilweise gesundheitsschädlich und so ist lediglich der Mittellauf von Bedeutung.

Anschließend wird das fertige Destillat auf Trinkstärke gebracht. Das heißt, dass der Mittellauf mit einem Alkoholvolumen zwischen 75% und 85% aus dem Kessel läuft. Durch die Zugabe von Wasser wird der fast fertige Gin verdünnt, bis er den gewünschten Alkoholgehalt enthält. Jedoch mind. 37,5%.

Die Destillation geschieht stets nach dem selben oben beschriebenen Prinzip. Allerdings gibt es zwei Arten. Diese werden Pot oder Column Still genannt.

Pot Still wird traditionell für aromareiche Spirituosen verwendet. Die Brennblase besteht aus einem Kessel und einem Kondensator jeweils aus Kupfer. Meist wird zwei Mal destilliert. Beim zweiten Vorgang wird lediglich der Mittellauf destilliert. Vor- und Nachlauf sind hier Abfallprodukte und werden entsorgt.

Column Still oder auch Coffey / Patent Still genannt ist eine effizientere und kostengünstigere Art des Brennens. Einige Mechanismen sind automatisiert, wie der Zulauf des Mazerats. Ebenfalls werden Vor- und Nachlauf automatisch zurück in den Destillationsvorgang gespeist. Durch die erneute Verwendung des Vor- und Nachlaufs werden kosten eingespart.

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