UnkategorisiertWie verarbeitet man Gin?

Ob im Sommer mit Erdbeeren, im Winter mit Kardamom, kräftig oder leicht – Gin kann das. Und zwar ziemlich gut. Ohne jedoch seinen eigenen Charakter völlig zu vergessen. Mit den richtigen Techniken ist es nur noch ein kleiner Schritt, um dem Gaumen eine Freude zu bereiten.

Zunächst ein kurzer Blick auf die Möglichkeiten der Verarbeitung von Gin in Form der Getränkezubereitung.

 

Gebaute Drinks (Build in Glas, Bauen)

Am bekanntesten ist der Gin Tonic. Hier werden zwei Zutaten mit Eis in ein Glas gegeben und ist somit servierfertig. Das Finish erhält ein Gin Tonic durch zum Gin passende Dekoration.

Alle Longdrinks werden nach dem selben Prinzip zubereitet:

Spirituose + Filler +Eis

Man nehme ein Longdrinkglas, manchmal auch als Highballglas bezeichnet, gibt Eiswürfel hinein und befüllt dieses mit den Zutaten.

Sie haben kein Longdrinkglas zur Hand?

Jedes Trinkgefäß ist willkommen. Achten Sie lediglich auf das Mischverhältnis zwischen Spirituose und Filler.

 

Gerührte Drinks (Stir, Rühren)

Geschüttelt oder gerührt? James Bond Fans werden diese Frage gut kennen. Aber auch der geneigte Barbesucher wird sich darüber schon einmal Gedanken gemacht haben.

Grund zum Rühren sind die Zutaten des Drinks, da sich diese von alleine  gut verbinden und lediglich Temperatur und Schmelzwasser brauchen, um ein Genuss zu werden.

Für zu Hause eignen sich Rührbecher aus Metall sehr gut. Diese nehmen schneller Umgebungstemperatur an, wodurch es etwas länger dauert, bis ein Drink verwässert.

Rührgläser hingegen leiten Temperaturen nur spärlich. Sollten Sie bereits eines zu Hause haben, so geben Sie ihm einen Platz in ihrem Froster oder kühlen Sie es vorneweg mit Eiswürfeln. Wenn das Glas beschlägt, entfernen Sie bitte zunächst das darin enthaltene Schmelzwasser, bevor Sie Ihre guten Spirituosen hineingeben.

Mithilfe des Barlöffels geben Sie dem Eis einen kleinen Schubs und rühren Ihr Getränk eher wie bei einer Teeparty als den Kochlöffel in der Suppe. Ob rechts oder linksherum mag bei Milchsäurebakterien eine Rolle spielen – hier nicht.

Wie lange Sie rühren sollten ist abhängig von dem Eis, welches Sie verwenden. Als Faustregel gilt: 1/3 des Drinks kann Schmelzwasser sein.

Sie probieren gerne, ob die Nudeln, die Sie kochen schon gar sind? Dann probieren Sie  doch auch einmal ihren Drink bevor Sie ihn ins Gästeglas abseihen.

Sie haben kein Rührglas zur Hand?

Manche Drinks (z.B. Negroni) werden auf Eis serviert und können direkt im Glas gerührt werden.

 

Geshakte Drinks (Shake, Schütteln)

Sie möchten Ihren Lieblingsdrink zu Hause nachmachen und das Rezept enthält neben Spirituosen auch Säfte, wie z.B. Zitrone oder Ananas? Hier brauchen wir etwas Kraft und Luft, zusätzlich zu Schmelzwasser und kalten Temperaturen, um die unterschiedlichen Flüssigkeiten miteinander zu verbinden.

Das geht am Besten mithilfe des Shakers. Dieser wird mit den Zutaten und Eis befüllt und verschlossen. Nun geht es ans Shaken. Wie auch beim Rühren ist die Dauer des Shakens abhängig von der Qualität des Eises.

Im Schnitt kann das zwischen 10 und 15 Sekunden dauern.

Denken Sie bitte bei den ersten Shakeversuchen daran, genug Platz zwischen Ihrem Kopf und dem Shaker zu lassen.

Sie haben keinen Shaker zur Hand?

Kein Problem, so lange Sie einen Stab-, oder Standmixer zu Hause haben. Hier sollten Sie nur wenig bis kein Eis hinzugeben. Die Flüssigkeiten vermengen, in das Gästeglas mit Eis geben und etwas Zeit lassen, sodass Der Drink die Möglichkeit hat, Schmelzwasser und Temperatur anzunehmen.

 

Was ist Muddeln? Und warum Eiweiß?

In Ihrem Rezept steht etwas von „muddeln“? Dies bedeutet, dass sie z.B. Himbeeren im Shaker mit einem Stößel zerdrücken.

Da steht noch etwas von Ei? Genauer gesagt von Eiweiß? Tatsächlich ist hier die Rede von Eiklar, welches im Drink verarbeitet wird. Dadurch erhält der Drink eine andere Viskosität, er wirkt etwas voller, der Geschmack bleibt etwas länger im Mund zurück und es entsteht eine schöne Schaumkrone.

Drinks mit Eiweiß werden in der Regel zwei Mal geshaked. Ein Mal mit und ein Mal ohne Eis (Dry Shake). Der Unterschied ob erst mit und dann ohne oder erst ohne und dann mit Eis geshaked wird ist minimal. Machen Sie es, wie es Ihnen am Besten gefällt.

Ihnen gefällt es lieber ohne Ei? Einen adäquaten Ersatz zu frischem Eiweiß gibt es derzeit nicht. Manch ein Barkeeper verwendet das Wasser von Kichererbsen, jedoch passt dies aufgrund seines Eigengeschmacks nicht zu jedem Getränk.

Der entstandene Schaum kann für manche Menschen etwas unangenehm riechen. Darüber eine Zeste ausgedrückt, erhält dieser Schaum einen frischen Geruch.

Sie sind sich beim Thema Ei noch etwas unsicher wegen der Salmonellen Gefahr? Salmonellen befinden sich meist auf der Schale des Eis. Ein abwaschen der Schale vor Verwendung kann die Anzahl reduzieren. Eine 99,9%ige Sicherheit gibt es bei pasteurisiertem Eiweiß. 100%ige Sicherheit erhalten Sie, wenn das Ei komplett weggelassen wird.

 

Was brauche ich noch, außer Shaker und/ oder Rührglas?

 

 

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